Erste Grobgliederung meiner Bachelorarbeit
28 09 2007
Themenvorschlag zur Bachelorarbeit (von Ryan Rauscher, 05.09.2007)
Automated Artist Promotion
Perspektiven für intelligente Softwaresysteme zur Vermarktung von Musik
Die Arbeit stellt die These auf, dass Künstler in Zukunft ohne Plattenfirma in wenigen Tagen weltweite Bekanntheit erlangen können.
Ausgangspunkt der Diskussion ist die Annahme, dass die zentral gesteuerte Beurteilung und Vermarktung von Musik im digitalen Zeitalter an Bedeutung verliert. Vielmehr werden intelligente Softwaresysteme die Meinungen aller Musikhörer weltweit dazu nutzen, um Musik auf objektiver Basis zu beurteilen und dieses Wissen den Konsumten on demand und in personalisierter Form zugänglich machen.
Im Rahmen dieser Bachelorarbeit wird die Eintrittswahrscheinlichkeit der Ausgangsthese, sowie deren ökonomische Rechtfertigungsgrundlage eroiert. Dazu werden die Modelle des Vollkommenen Marktes und der Digitalen Ökonomie zur Beobachtung herangezogen, ebenso wie neue Trends des Digitalen Zeitalters: der Long Tail, Mass Customization, das Semantische Web oder Social Recommendation.
Im Laufe der Diskussion kristallisieren sich einige Schwierigkeiten und Herausforderungen heraus, mit denen sich die Arbeit auseinandersetzt. So sind etwa die Fragen nach der Bestimmung musikalischer Qualität oder den Konsequenzen einer Ausrichtung an der Mehrheitsmeinung interessante Betrachtungsgegenstände, an deren Lösungsansätze herangegangen werden soll.
Des Weiteren werden die Chancen dieses neuen Vermarktungsmodells erläutert - für den Konsumenten, den Künstler und den Musikmarkt im Allgemeinen als ökonomisches System. Es soll ein Ausblick gegeben werden, welches Potenzial dadurch freigesetzt werden kann und welche Implikationen dieses neue Modell für die bisherige Vermarktung innerhalb der Musikindustrie haben würde.
Darüber hinaus ergeben sich weitere spannende Fragestellungen, welche sich aus der bisherigen Betrachtung ableiten. Auf Grund des begrenzten Umfangs der abzuliefernden Arbeit kann hierauf wahrscheinlich nicht eingegangen werden. Sollte die Möglichkeit bestehen, sollen jedoch optional ein Geschäftsmodell für einen digitalen Musikservice und die Möglichkeiten zur Umsetzung eines Automated Artist Promotion Services als Open Innovation Projekt skizziert werden.
Ebenfalls optional wird abschließend die Tragweite der Diskussion über die Musikbranche hinaus thematisiert. Ist in Zukunft Alles digitalisierbar?
Gliederung
1.Status Quo
1.1 Das Digitale Zeitalter
1.2 Information Overload
1.3 Die Notwendigkeit intelligenter Suchalgorithmen
1.4Wizdom Of The Crowd
1.5 Relevanz dieser Tendenzen für die Musikbranche und die Vermarktung kreativer Inhalte
1.6These: Unabhängigkeit des Künstlers von finanzstarken Vermarktungspartnern bei bedeutend schnellerer, effizienterer und - gesamtwirtschaftlich betrachtet - fairerer Marktdurchdringung musikalischen Contents.
2. Der Maßstab (an dem ein Vermarktungsmodell gemessen werden muss)
2.1Der vollkommene Markt
2.2 Der Faktor vollständige Markttransparenz
2.3 Der vollkommene Musikmarkt
2.4 Das Informationsdilemma des Musikkonsumenten und der Sinn von Vermarktung
3. Digitale Ökonomie: Auswirkungen des Internets auf Kreativ-Märkte
3.1 Der Long Tail: Globaler Katalog und Suchfunktionen für die Nische
3.2 Mass Customization: Chancen zur Personalisierung
3.3 Semantic Web: die Automatisierung von Information
4. Die Globalisierung des Musikkatalogs
4.1 Prosumer und User-Upload
5. Personalisierung der Musikempfehlung
5.1 Identifikation von Musikstücken: Audio ID
5.2 Das Herstellen musikalischer Beziehungen zwischen Songtiteln
5.2.1Vergleich von Nutzerprofilen: Collaborative Filtering
5.2.1.1Theoretische Grundlagen
5.2.1.2Amazons Recommendation System
5.2.1.3Collaborative Filterung in der Musikbranche: Last FM und Co.
5.2.2 Vergleich musikalischer Merkmale
5.2.2.1Manuelle Analyse durch Experten: Pandora und Co.
5.2.2.2Automatische Analyse durch Expertensoftware: MusicIP, Audiobaba und Co.
5.2.2.3Der Community-Ansatz: Tagging und Social Bookmarking
6. Die Dimension der musikalischen Qualität
6.1 Das Problem des eindimensionalen Vergleiches durch musikalische Ähnlichkeit
6.2 Die Bestimmung von Qualität im nicht-digitalen Vermarktungssystem der Musikindustrie
6.2.1Die Arbeitsteilung in A&Rs und Nicht-A&Rs
6.2.2 Die Filterpyramide der Einzelentscheider
6.3 Was ist Qualität eigentlich?
6.3.1 Subjektivität vs. Objektivität oder Expertentum vs. Wizdom of the Crowd
6.3.2 Talentsuche: Qualität in der Popkultur
6.4 Ineffizienzen des bisherigen Filtersystems.
6.5 Das Missverständnis “Mainstream”
6.6 Qualitätsindikatoren im Web2.0
7. Der Umgang mit “Massenmeinung”
7.1Das Problem: die Eigendynamik quantitativer Auswertung und der “Superstar-Effekt”
7.2 Die Notwendigkeit des Talentscoutings
7.3 Algorithmen zur Entwicklung eines Trendbarometers
8. Implikationen für die Musikvermarktung
8.1 Für den Konsumenten
8.1.1Effizientere Deckung der Nachfrage
8.1.2Personalisierte Musikempfehlung
8.2 Für den Künstler
8.2.1Unabhängigkeit von Vermarktern, gestalterische Flexibilität und höhere Deckungsbeiträge
8.2.2 Beschleunigung der Vermarktung
8.2.3 Echtzeit-Feedback vom Markt
8.3 Für den Musikmarkt
8.3.1Demokratisierung der Vermarktung und Durchbrechung monopolistischer Strukturen
Optional:
9. Der “perfekte” Musikservice
9.1Produkt
9.2 Preis
9.3 Promotion
9.4 Place
10. Umsetzung eines Automated Artist Promotion Services als Open Innovation Projekt.
10.1 Innovation im digitalen Zeitalter
10.2 Open Source: Linux, Firefox, Wikipedia und Co.
10.3 Open Innovation und Open Entrepreneurship
10.4 Marktpotenzial eines Open Music Innovation Projekts
11. Ausblick: Alles wird digitalisierbar!
Kategorien : Automated Artist Promotion





