Neue Music2.0 Services

15 11 2007

Der Sohn des Apple Macintosh Gründers, Aza Raskin, hat songza entwickelt: endlos Songs on demand über´s Internet streamen. Einfach Künstler oder Songtitel eingeben und auf Play drücken. songza holt sich die Audiospur von Youtube und spielt sie ohne Video hab. Die Songs kann man mitnehmen und überall einbinden. So zum Beispiel:

Der Erfinder von (Original-)Napster, Shawn Fanning, und seine Firma Snocap haben einen neuen Service rausgebracht: Boomshuffle. Dort könnt ihr Playlisten erstellen und sie überall per Widget einbetten. Allerdings müssen die 15 Songs von verschiedenen Künstlern sein, damit alle Songs in voller Länge abgespielt werden (aus rechtlichen Gründen, sonst 30 Sekunden-Preview). Außerdem ist die Reihenfolge der Songs zufällig, also keine gezielte Auswahl der Songs. So sieht das dann aus (Widget-Player und Infos von Listening Post).

Hier findet ihr eine interaktive Slideshow mit 44 Music2.0-Services. Zusammengestellt vom Web2.0-Verzeichnis Go2Web20 (dessen Service gerade offline ist). Gehostet auf Diigo, die aus Feeds und Bookmarks eben solche Slideshows generieren!

Für diejenigen, die Songs von ihrem iPod möglichst schnell und einfach auf iTunes übertragen wollen: Senuti ist eine nützliche OpenSource-Software für diese Aufgabe. Hier der Download und mehr Infos.



Lawrence Lessig (Vater von Creative Commons) über Kreativität und Urheberrecht - einer der besten Vorträge, die ich gesehen habe

15 11 2007

Larry Lessig ist wirklich ein Vollprofi (meint auch mein Lieblings-Präsentationsexperte). Präsentationstechnisch aber vor allem auch inhaltlich (Kreativität, Recht und Digitale Kultur) unbedingt zu empfehlen:



Eine Web2.0 Definition…

15 11 2007

… die mir gerade einfiel. Auf englisch, weil ich durch ein paar Vorträge von der MediaInTransition-Conference sprachlich umgepolt bin:

In the world as it used to be we would talk about “users” and “producers”. But what we forgot was that “user” comes from the word “using”, just as “producer” is derived from “producing”. So these terms don´t actually describe a person as a whole - they just describe a temporary action or behaviour. Everyone of us has always produced and used things, being this one same person.

So what happened now is that new technologies made producing much easier and cheaper. But probably more important, with the help of the internet they made the distribution of produced things much easier and cheaper. So now there are many more people producing, simply because it became possible.

And that has great implications on our society. Because it´s not just a few producers - of media, of TV, of music, of consumer products etc. It has democratized access to the outcome of creative activities that have become worthwile for all of us. The variety of products of all kind will be beyond anything we have ever imagined.

So for me, Web2.0 is about this astonishing social impact of technologies lowering costs for production and distribution of creativity, as well as for the consuming all the satisfying outcome of it.

Some might say, that social networking is also a very important element of Web2.0 as well. But if you think of connecting to others as of producing messages and distributing them to people all around the world to interconnect with the digital natives - then it basically really comes down to the democratization of production and distribution through these godsend new technologies.



Der Vollkomene Musikmarkt

12 11 2007

Nach der ersten Literaturanalyse zum Thema Auswirkungen der Digitalisierung und des Internets auf den Musikmarkt bzw. Märkte für Digitalgüter bzw. Märkte generell (freue mich über Literaturtipps) widme ich mich jetzt den ersten Formulierungen, die in das Thema “Automated Artist Promotion” (deutsch: “Automatisierte Musikvermarktung”) einleiten sollen:

Meine Arbeit erhält ihren Startschuss in einem Idealmodell der Mikroökonomie: dem vollkommenen Markt. Dieser (für Künstler vielleicht etwas befremdliche) Ansatz möchte das Thema “Automatisierte Musikvermarktung” in seinen Gesamtzusammenhang einbetten und auf diese Weise seine enorme (volkswirtschaftliche) Bedeutung herausarbeiten.

Ein vollkommener Markt verlangt nach Erfüllung gewisser (utopischer) Prämissen. Dazu zählen unter anderem Homogenität der Güter, vollständige Markttransparenz, vollkommene Konkurrenz, unbegrenzte Mobilität der Produktionsfaktoren und Güter oder eine gegebene Ressourcenaustattung. Nur wenn diese Bedingungen vorliegen, handelt es sich um das ideale Marktmodell, welches der (neoklassischen) Volkswirtschaftslehre als Basis für ihre Untersuchungen dient.

Der vollkommene Markt bildet die Voraussetzung für das so genannte Pareto-Optimum [1] - ein Zustand maximaler Wohlfahrt, in dem durch eine Umverteilung von Gütern kein Wirtschaftssubjekt (Unternehmen oder Einzelperson) besser gestellt werden könnte, ohne dass ein anderes dadurch schlechter gestellt wird [2]. Anders ausgedrückt ist eine Situation noch nicht (pareto-)optimal, wenn ein Individuum besser gestellt werden kann, ohne dass einem anderen dadurch ein Nachteil entsteht. Die Pareto-Optimierung strebt demnach nach der effizientesten Wohlfahrtsverteilung unter den Marktteilnehmern. Betrachtet man diese Art der Güterallokation als erstrebenswert, werden der vollkommene Markt und seine jeweiligen Bedingungen zu wünschenswerten Zuständen. Entwicklungen, welche die genannten Bedingungen begünstigen, bewirken also eine Annäherung an den vollkommenen Markt und damit eine Erhöhung des volkswirtschaftlichen Wohlstands.

Oft wird ein vollkommener Markt angenommen und nur einer der Bedingungen verändert (Ceteris-paribus-Klausel), um besser verstehen zu können, wie und aus welchem Grunde sich die Marktgegebenheiten verändern [3]. Für die Musikvermarktung im Digitalen Zeitalter (oder auch Web2.0) ist dabei die Bedingung der vollständigen Markttransparenz besonders wichtig. Vollständige Markttransparenz bedeutet, dass Anbieter wie Nachfrager über sämtliche marktrelevanten Informationen verfügen. Die Konsumenten wissen also, welche Güter in welcher Qualität, in welchen Mengen und zu welchen Preisen am Markt vorhanden sind [4].

Bei der Musikvermarktung spielen dabei vor allem das verfügbare Angebot (welche Güter), sowie die Deckung mit dem subjektiven Geschmack des Hörers (welche Qualität) eine Rolle. Die Dimensionen welche Menge und welcher Preis - etwa in Form von Subskriptionsmodellen, Bundling, Dynamic Pricing oder Werbefinanzierung - möchte ich einer nachgelagerten Betrachtung überlassen.

Wie würde also ein solcher Zustand der vollständigen Markttransparenz übertragen auf den Musikmarkt aussehen? Der Nachfrager (= Hörer) wüsste demnach zu jeder Zeit über sämtliche auf dem (globalen) Markt verfügbaren Musikgüter (Songs) und deren Qualität - im Sinne seiner subjektiven Wertschätzung gegenüber dem Musikstück - bescheid. Sobald in einem beliebigen Land ein beliebiger Song von einem beliebigen Künstler auf den Markt gebracht würde, wäre dies dem Nachfrager sofort bekannt. Auch könnte er im selben Moment die Relevanz dieses Musikstückes bezüglich der eigenen Hörpräferenzen beurteilen. In der Folge wäre sich dieser Hörer stets im Klaren darüber, welche Musik er hören und zu diesem Zwecke erwerben sollte, was dann in einer allgemeinen Nutzen- bzw. Wohlstandssteigerung resultieren würde.

Vor diesem Hintergrund erscheint mir Musikvermarktung nichts weiter als eine Reaktion auf eine ineffiziente Marktsituation zu sein - ein Lösungsmodell bei fehlender Markttransparenz. Sie dient den Nachfragern in Form einer Versorgung mit relevanten Informationen, um ihr Bedürfnis nach hörenswerter Musik zu stillen.

Ich möchte deshalb untersuchen, ob und in welcher Weise die Digitalisierung und das Internet zur Erhöhung der Transparenz im Musikmarkt beigetragen haben beziehungsweise noch beitragen können. Meine Motivation ist dabei die Frage, ob die Digitale Vernetzung ein neues Lösungsmodell für Vermarktung ermöglicht, welches sich der optimalen Nachfragedeckung, wie sie (utopischerweise) bei vollständiger Transparenz möglich wäre, in höherem Maße annähert, als das bisherige Vermarktungssystem der Musik- bzw. Plattenindustrie. Ich gehe hierbei davon aus, dass das Vorhandensein solcher Transparenzpotenziale gleichbedeutend wäre, mit einem Trend hin zur Optimierung der Wohlfahrtsverteilung auf dem Musikmarkt.

Natürlich ist das Modell des vollkommenen Marktes ein theoretisches Konstrukt und kein real mögliches Phänomen. Zudem wird oft in Frage gestellt, ob das Pareto-Optimum wirklich eine wünschenswerte Allokation von Gütern bezeichnet. An dieser Stelle soll diese Diskussion nicht weiter vertieft werden. Ich möchte mit dieser Heranführung lediglich ausdrücken, dass ich im Zuge der Digitalen Vernetzung und des Social Web neue Lösungsansätze für möglich halte, die das Potenzial haben, eine höhere Markttransparenz und damit einen größeren Gesamtnutzen für das System Musikmarkt herbeizuführen.

Wär schön, wenn Euch diese ersten Gedanken ansprechen und noch besser, wenn Euch dazu Kritik und Verbesserungsvorschläge einfallen. Deshalb teile ich diesen Prozess…

Fußnoten:

[1]vgl. Hafner, Susanne: “Preisvergleich zwischen Online-Shops und traditionellen Geschäften”. Seminararbeit aus Informationswirtschaft SE/PI. Wirtschaftsuniversität Wien. SS 2004. http://wwwai.wu-wien.ac.at/~hahsler/SE/SS2004/stud/papers/hafner_preisvergleich.pdf. S. 7f
[2]vgl. Eissler, Stephan: “Das so genannte ‚geistige Eigentum’ im digitalen Zeitalter - eine Kritik aus liberaler Perspektive”. Vortrag auf der 3. Oekonux-Konferenz in Wien. Mai 2004.
http://dritte.oekonux-konferenz.de/dokumentation/texte/Eissler.html)
[3]Wikipedia: “Vollkommener Markt”. http://de.wikipedia.org/wiki/Vollkommener_Markt. Stand: 10.11. 2007
[4]vgl. Bundeszentrale für politische Bildung: “Markttransparenz”. http://www2.bpb.de/popup/popup_lemmata.html?guid=GHGPAD - Stand: 10. 11. 2007



Neue Feed-URL

12 11 2007

Ich hab mich heute bei Feedburner angemeldet und eine neue Feed-Adresse erstellt. Wer meinen Blog also schon abonniert hat, sollte ihn sich unter http://feeds.feedburner.com/ryanhypothetisch erneut holen.



Nette Videos zu Bildung and eLearning

2 11 2007

Um die “Amusing Education”-Kategorie mit Leben zu füllen, stell ich hier mal zwei Videos vor, die das Thema zukünftige Bildung auf eine schöne Weise bearbeiten.

Vor allem den Vortrag von Sir Ken Robinson bei der TED-Conference möchte ich unbedingt jedem empfehlen (auch denen, die sich eigentlich nicht näher mit Bildung beschäftigen wollen)! Ein Erguß an in Humor verpackter Ernsthaftigkeit!

Das zweite Video ist von Graham Atwell (danke für den Tipp an Dominik)und erklärt (in zugegebenermaßen gewöhnungsbedürftigem Dialekt), was ein ePortfolio ist - eine Art elektronischer, interaktiver Lebenslauf, der in Zukunft unser aller täglicher Begleiter werden könnte.

Zunächst Sir Ken:

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