Im Gespräch mit Markus Beckedahl über wichtige Themen im Social Web
29 05 2008Vor drei Wochen hatte ich kurz die Gelegenheit mit Markus Beckedahl von Netzpolitik.org (auch Veranstalter der re:publica) zu skypen – über die wichtigsten Themen bei der Inhaltevermarktung im Social Web. Was wir in den 30 Minuten zusammengetippt haben, kurz zusammengefasst:
Um auf dem Markt für Informations- und Entertainmentgüter erfolgreich zu sein, müssten Digitale Entrepreneure die Kommunikation in einem netzwerk-zentrierten medialen Umfeld verstehen und wie es sich von klassischen Top-Down-Massenmedien (TV, Radio, Zeitschriften) unterscheidet. [Da muss ich mir nochmal Gedanken machen, wie und was man da einem Digitalunternehmer konkret beibringen sollte.] Wichtigewäre es jedenfalls – so Beckedahl – Strategien zu kennen, um mit der Zielgruppe ins Gespräch zu kommen. Dazu müsse man die Mechanismen hinter sozialen Netzwerken kennen, und sie als Dialog-Werkzeuge nutzen, um bspw. Fans in einen Produktionsprozess einzubinden.
Womit wir schon beim Spezialgebiet von Markus Beckedahl wären: „Wie schafft man es, soziale Medien als Werkzeuge dahingehend zu nutzen, um Fans in einem Produktionsprozess und auch in die Distribution einzubinden. Ein Beispiel: welche Erfahrungen können aus Open Source Communities wie Wikipedia oder Linux in andere Bereiche übertragen werden? Wie kann man Weblogs zur langfristigen Kommunikation nutzen?“
Ich fragte nach Trends in diesem Bereich und ob er diese in Form von fiktiven Vortragstiteln benennen könne:
“Orientierung in einer netzwerk-zentrierten Kommunikationswelt finden”
“Strategien für den Eigenvertrieb - Soziale Medien kennen und anwenden”
“Offene Produktionsprozesse - Was kann man aus der Open Source welt lernen und übernehmen?”
„Wie nutzt man Weblogs zur Fan-Kommunikation, um sie in einen Produktionsprozess einzubinden?“
Die Abschlussfragen:
Ryan: Wer sind für Dich die Vordenker für Entrepreneurship im Social Web? Was sind deren Spezialgebiete? Fallen Dir auch Experten aus Deutschland ein?
Markus Beckedahl: „Johnny Haeusler (Spreeblick), Moritz Sauer (Phlow.net), Volker Grassmuck (z.B. Kulturflatrate), das Last.FM-Team, Till Kreutzer (irights.info, Internetrecht)“, Tim Renner, Sascha Kösch (de:bug),
Ryan: Welche Bücher, Blogs oder Informationsnetzwerke würdest Du einem Digital Entrepreneur empfehlen?
Markus Beckedahl: “Freie Software” und “Urheberrecht” von der Bundeszentrale für politische Bildung, Wikinomics. Die Revolution im Netz und The Long Tail - Der lange Schwanz: Nischenprodukte statt Massenmarkt - Das Geschäft der Zukunft
(‚sind beide aber wirklich mainstream und eigentlich in einer stunde vortrag erklärt‘), The Wealth of Networks: How Social Production Transforms Markets and Freedom
von Yochai Benkler (‚schwerer Stoff, aber bisher das coolste, was ich gelesen habe zu dem thema‘; ‚wikinomics bezeichne ich immer als Benkler für Arme‘;), Freie Kultur: Wesen und Zukunft der Kreativität
von Larry Lessig (‚auch prima, aber eher politisch‘).
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